Germany | Finland | Saint Petersburg | Italy

Home

Aktuelles

Pfarrei

Einrichtungen & Angebote

Kirche & Glaube

Gemeinschaften & Verbände

Home

Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall und die Krippe noch nicht lange verlassen, da trug sich eine seltsame Geschichte in Bethlehem zu, die in keinem Buch verzeichnet ist. Wie die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand, näherten sich drei merkwürdige Gestalten dem Stall.

Die erste trug ein buntes Flickenkleid und kam langsam näher. Zwar war sie wie ein Spaßmacher geschminkt, aber eigentlich wirkte sie hinter ihrer lustigen Maske sehr, sehr traurig. Erst als sie das Kind sah, huschte ein leises Lächeln über ihr Gesicht. Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Ich bin die Lebensfreude", sagte sie. "Ich komme zu dir, weil die Menschen nichts mehr zu lachen haben. Sie haben keinen Spaß mehr am Leben. Alles ist so bitterernst geworden." Dann zog sie ihr Flickengewand aus und deckte das Kind damit zu. "Es ist kalt in dieser Welt. Vielleicht kann dich der Mantel des Clowns wärmen und schützen."

Darauf trat die zweite Gestalt vor. Wer genau hinsah, bemerkte ihren gehetzten Blick und spürte, wie sehr sie in Eile war. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, schien es, als falle alle Hast und Hektik von ihr ab. "Ich bin die Zeit", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Eigentlich gibt es mich kaum noch. Die Zeit sagt man, vergeht wie im Flug. Darüber haben die Menschen aber ein großes Geheimnis vergessen. Zeit vergeht nicht, Zeit entsteht. Sie wächst wie Blumen und Bäume. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt." Dann griff die Gestalt in ihren Mantel und legte ein Stundenglas in die Krippe. "Man hat wenig Zeit in dieser Welt. Diese Sanduhr schenke ich dir, weil es noch nicht zu spät ist. Sie soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du immer so viel Zeit hast, wie du dir nimmst und anderen schenkst"

Dann kam die dritte Gestalt an die Reihe. Die hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben, so als ob sie immer und immer wieder geschlagen worden wäre. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, war es, als heilten die Wunden und Verletzungen, die ihr das Leben zugefügt haben musste. "Ich bin die Liebe", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Es heißt, ich sei viel zu gut für diese Welt. Deshalb tritt man mich mit Füßen und macht mich fertig." Während die Liebe so sprach, musste sie weinen und drei dicke Tränen tropften auf das Kind. "Wer liebt, hat viel zu leiden in dieser Welt. Nimm meine Tränen. Sie sind, wie das Wasser, das den Stein schleift. Sie sind wie der Regen, der den verkrusteten Boden fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen bringt."

Da knieten die Lebensfreude, die Zeit und die Liebe vor dem Kind des Himmels. Drei merkwürdige Gäste brachten dem Kind ihre Gaben dar. Das Kind aber schaute die drei an, als ob es sie verstanden hätte. Plötzlich drehte sich die Liebe um und sprach zu den Menschen, die dabeistanden:

"Man wird dieses Kind zum Narren machen, man wird es um seine Lebenszeit bringen und es wird viel leiden müssen, weil es bedingungslos lieben wird. Aber weil es Ernst macht mit der Freude und weil es seine Zeit und Liebe verschwendet, wird die Welt nie mehr so wie früher sein. Wegen dieses Kindes steht die Welt unter einem neuen, guten Stern, der alles andere in den Schatten stellt."

Darauf standen die drei Gestalten auf und verließen den Ort. Die Menschen aber, die all das miterlebt hatten, dachten noch lange über diese rätselhaften Worte nach...

 

Wer diese Erzählung verfasst hat, konnte nicht ermittelt werden. Vorgestellt wurde sie beim alljährlichen Adventssingen der ND-Ortsgruppe Mönchengladbach von Frau Gertrud Weber.

Josef Verwimp

 

Wort des Kölner Erzbischofs

 

Nach einer aktuellen Studie lebt jedes fünfte Kind in Deutschland abgehängt in Armut. Für Kardinal Woelki ein Umstand, mit dem sich die Gesellschaft nicht abfinden sollte. Gerade Christen seien gefragt, sich gegen diesen Dauerzustand zu stemmen.

Kardinal Woelki am Dom

Kardinal Woelki vor dem Kölner Dom (Bild: domradio.de)

 

"Wer hier in Deutschland arm ist, der ist es doch selber schuld!" Bei mir stellen sich die Haare zu Berge, wenn ich solche Stammtischparolen höre. Was können z.B. Kinder dafür, wenn sie in armen Verhältnissen geboren werden? Armut bedeutet hierzulande für Kinder meistens nicht, dass sie kein Dach über dem Kopf haben oder kein Essen. Armut sieht für diese Kinder anders aus: Sie werden dann an den Rand gedrängt, haben kein Geld für den Kinobesuch oder keinen Computer mit Internetzugang. Auf viele Dinge, die für andere Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich sind, müssen rund 21 Prozent der Kinder verzichten.

Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung lebt somit jedes fünfte Kind in Deutschland abgehängt in Armut. Das Schlimmste daran ist: Kinderarmut ist bei uns ein Dauerzustand. Wer erst gesellschaftlich abgehängt ist, der bleibt es. Einmal arm bedeutet dann immer arm. Kinder aus ärmlichen Verhältnissen haben bei uns in den Schulen nachweisbar schlechtere Chancen und bleiben so von Anfang an auf der Strecke. Besonders betroffen sind Kinder Alleinerziehender, Kinder mit vielen Geschwistern oder Kinder geringqualifizierter Eltern.

Mit dieser Situation können wir uns nicht einfach abfinden. Kinderarmut darf bei uns doch kein Dauerzustand sein! Das Wort Jesu, "was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!", gilt hier ganz besonders. Christen haben also den Auftrag, diesen Kreislauf der Dauerarmut bei unseren Kindern zu durchbrechen. Ich bin dankbar für all die Hilfe und gerade auch die vielfältige gute Bildungsarbeit, die versucht, hier gegenzusteuern. Ich – und jeder von uns muss sich darüber hinaus aber auch fragen lassen, ob wir nicht noch mehr tun können. Denn es geht um unsere Kinder und damit um unsere Zukunft!

 

Ihr Rainer Woelki

Erzbischof von Köln

Ausdruck der wöchentliche Ansprache des Kardinals „Wort des Bischofs” vom 05.11.2017 im domradio.de mit freundlicher Genehmigung des Chefredakteurs Ingo Brüggenjürgen.


Josef Verwimp

 

 

 

Im Frieden dein,

Welcher Frieden? Auf der Erde? Im Ort? In der Kirche? In der Gemeinschaft? In den Familien?

o Herre mein,

Welcher Herr? Der von nebenan? Der von der Bank? Der im Sozialamt oder anderes Amt?
Jesus? Gott? Jünger? Heilige? Seelige?

lass ziehn mich meine Strassen.

Warum ziehen lassen? Ist doch meine Verantwortung? Mein Wille, wegzuziehen?
Welche Strassen? Wohin? Welches Ziel?

Wie mir dein Mund gegeben kund,

Ich habe nicht gehört, was Du sagtest.
Hast Du mir was gesagt? Durch wen? Was?
Ich habe nicht verstanden, was Du von mir möchtest.
Sind meine Ohren taub? Bist Du ein Mensch?

schenkst Gnad du ohne Maßen,

Welche Gnade? Was ist Gnade? 
Warum ohne Maßen?
Welches Maß hat deine Gnade?
Länge? Breite? Volumen? Entfernung? andere Maße?

hast mein Gesicht das seelge Licht schauen lassen.

Wer ist das seelge Licht?
Kann ich es dann mit meinen Augen- meinen Sinnen sehen?

den Heiland.

Ihn können wir sehen: 
in unserem Gegenüber- in unserem Nächsten- in jedem Gebäude- auf unserem Weg durchs Leben.
Er verbirgt sich nicht. Er ist da.
Er sagt nicht wie ein Mensch " Ich bin Gott oder Jesus Christus."
Er ist bei uns durch seinen Hl. Geist.
- in uns, wenn wir ihn durch das Sakrament der Kommunion aufnehmen.
- in allen Sakramenten unserer Kirche. 
Er möchte gepflegt werden. Von uns. Von alt und jung. Von jedem auf unserer Erde.
Wir sollen allen von ihm erzählen.
Wir sollen ihn durch uns sprechen lassen.
Wir ziehen unsere Strassen,
um sein Wort zu verkünden.
um durch Taten der Nächstenliebe Gott zu zeigen.

Wo stehen wir heute? 

Wo habe ich seinen Frieden gefunden?
Wo stehe ich auf dieser Strasse?
Wo erzähle ich von ihm?
Wo helfe ich anderen? Wo bin ich Bote seiner Gnade?
Wo ist mein Gesicht Ausdruck seiner Gnade?
Wo zeige ich anderen, Dass es den Heiland gibt?

St. Martin
- damals einer der ersten Nichtmärtyrer.

316- 397. In Ungarn als Sohn eines römischen Tribun geboren.
Mit 15 Jahren auf Wunsch des Vaters in den Heeresdienst bei der berittenen kaiserlichen Garde.

lt. Legende am Stadttor von Amiens einem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs gegeben haben.
Danach ist ihm Christus im Traum erschienen und hat ihm gedankt für die Teilung seines Mantels.
Mit 18 Jahren liess er sich taufen.

Nach Beendung seines Militärdienstes wurde er Schüler des Hilarius von Poitiers.
Einige Jahre als Einsiedler.

360 ging er nach Poitiers und gründete ein Kloster.

370/71 wurde er gegen seinen Willen Bischof von Tours. Es wird berichtet, Martin hätte auf seine Privilegien seines Amtes verzichtet und in einer der armseligen Holzhütten vor der Stadt gewohnt. Heute Kloster Marmoutier.

Mission.Ihm gelang die seltene Verbindung von asketischer Ideale mit großem apostolischem Sendungsbewußtsein. 

- heute: Es gibt viele 'Martin' unter uns:

- Menschen, die im Stillen anderen in kleinen Dingen helfen,
Menschen, die sich Zeit für andere nehmen, sie besuchen , kleine Fahrten zu Ärzten u.a. machen, 
Menschen, die einfach für andere da sind, wenn sie jemand brauchen,
in guten und schlechten Zeiten, Trauer und Not.
Menschen, die für andere einfach nur still beten oder an sie denken.
Menschen, die die Sorgen und Nöte einsamer, alter oder kranker Menschen teilen.

- für morgen: Habt Mut,
Dass wir unsere Gaben gerecht miteinander teilen.
Dass wir uns nicht ängstlich verkriechen, sondern offen auf unsere Mitmenschen zugehen.
Dass wir unsere Talente und Fähigkeiten schöpferisch und zum Wohl aller Menschen einsetzen.

- Innehalten am Abend:
"Ich bin ein Soldat Christi." Martin von Tours
- Wie verhalte ich mich z.B. bei Auseinandersetzungen?
- In welchen Situationen habe ich bewußt darauf verzichtet, für meinen Vorteil zu kämpfen?

Öffne unsere Herzen und Hände für die Not unseres Nächsten!

Quelle: Teilweise aus dem "Magnifikat" Ausgabe November 2011, die anderen Zusätze M. Suytings.


- Luther hat sich selbst beobachtet, sein Tun und Denken. Das verglich er mit dem, was Jesus damals sagte und lebte.
                                                                                   Luther fing bei sich an.

- Luther hat im Kloster oft wie jeder andere Bruder seine Fehler gesehen und sie gebeichtet,
                                                                                   auch wenn es nur geringe Fehler waren.
                                                                                   Er lebte wie andere in dem Glauben,
                                                                                   Fehler sind schwarze Flecken auf der "weissen Weste". 
                                                                                   Luther hatte Angst, was falsch zu machen.

- Luther dachte nach und fand in der Bibel Impulse, der ihn dazu brachten, seine Angst vor der Sünde
                                                                                   zu überwinden und frei zu werden.
                                                                                  Offen für Neues. Offen, einen neuen Weg zu suchen
                                                                                  und zu finden- mit Jesus, mit Gott.
                                                                                  Luther hatte die Freiheit gefunden und hatte keine Angst mehr,                                                                                          etwas falsch zu machen.
                                                                                  Er fing bei sich an und erzählte es seinen Mitmenschen.

Quelle: M. Suytings.

Ein Gedankenspiel zum Problem Gottesdienstbesuch und -gestaltung

In Blickpunkte vom November 2017 wurde als Ergebnis einer Meinungsumfrage der Redaktion (Ausgabe 30 - Juni 2017) zu einem Thema der Bistumspresse-Zentralredaktion „Nur aus Pflichtgefühl zur Kirche?” die Rückmeldung von Maximilian Zelzner als Leserbrief abgedruckt. Aufgrund von Form und Inhalt ist der Brief es wert, auf der Webseite der Pfarrei St. Dionysius Kerken einem erwiterten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Maximilian hat der Veröffentlichung zugestimmt. (Josef Verwimp)

Liebes Redaktionsteam des Pfarrbriefes,

mit Interesse habe ich den Artikel „Nur aus Pflichtgefühl zur Kirche?" im aktuellen Pfarrbrief gelesen, den Ihr als Beitrag der Verlagsgruppe Bistumspresse abgedruckt habt. Ich habe mich sehr gefreut, dass Ihr an der Meinung der Leser zu diesem Thema interessiert seid und nehme gerne die Gelegenheit wahr, meine Gedanken hierzu zu äußern. Nahezu alte Einschätzungen und Anregungen beziehen sich nicht speziell auf unsere Pfarre, sondern auf die Situation, wie ich sie in Deutschland generell erlebe.

Ich bin 52 Jahre alt, komme aus einem frommen Elternhaus und habe vor einigen Jahren nach einer langen Zeit der „Funkstille" zur Kirche diese wieder als spirituelle Heimat entdeckt. In der Zeit, in der ich mit Kirche nichts anfangen konnte, habe ich sehr wertvolle spirituelle Impulse aus anderen Quellen erhalten. In meinem familiären und sozialen Umfeld bin ich mit meiner Zughörigkeit zur Kirche eher in einer Diaspora-Situation. Ich kenne also sowohl inner- als auch außerkirchliche Sichtweisen auf die Fragestellung: Warum bleiben immer mehr Menschen den Gottesdiensten fern? bzw. Warum erreichen unsere Gottesdienste die Gläubigen nur noch zu einem sehr geringen Anteil?

Ich nehme Folgendes wahr: Kirchliche Liturgie und Verkündigung erreicht den modernen Menschen nicht mehr. Da ich aus dieser Tradition komme, ist sie mir (wieder) Heimat und Nahrung, aber diesen Zweck erfüllt sie nur noch für sehr Wenige. Meiner Ansicht nach aus folgenden Gründen:

Symptomatisch:

  • Sprache und Duktus der Liturgie ist überholt. Der Tonfall vieler Zelebranten wird als „salbadrig" wahrgenommen. Ich weiß hierzu auch keinen Rat, denn liturgische Sprache muss sich von der Alltagssprache unterscheiden. Dennoch ist es unabdingbar, sich auf die Suche nach einem Sprachstil zu machen, der auf zeitgemäße Art die Würde des Gottesdienstes transportiert.
  • Die Musik der Gottesdienste ist nicht die Musik des modernen Menschen. Ich selbst liebe „alte"/klassische Musik, Orgel und auch das kirchliche Liedgut, aber für schätzungsweise 90 % der Gottesdienstbesucher unter 60 Jahren wird das nicht zutreffen. Kirchenmusik muss sich zu allen Stilen hin öffnen, wenn sie den modernen Menschen erreichen will, speziell zur Pop-Musik, zum Jazz und zur Weltmusik. Zum Teil geschieht das im (im normalen Gottesdienst unterrepräsentierten) sogenannten Neuen Geistlichen Lied, aber diese Lieder werden von den Organisten häufig nicht stilgerecht gespielt, so dass sie ihren Schwung einbüßen. Womit wir beim nächsten Thema wären:
  • Die Gemeindelieder werden (leider auch in unserer Gemeinde) in der Regel quälend langsam und mit zu langen Zäsuren zum Atemholen gespielt. Hierdurch geht der natürliche Puls und Fluss verloren. Das Mitsingen macht keinen Spaß. Die Lieder werden - genau wie die Sprache der Liturgie - als langatmig empfunden.

Substantiell:

Der Mensch von heute lässt sich keine Wahrheit mehr verkündigen im Sinne von vorsetzen und verordnen. Er sucht die Wahrheit, aber er nimmt nichts an, ohne es erfahren oder erspürt zu haben. Kirche oder zumindest kirchliche Lehre und Liturgie wird als doktrinär, einseitig und starr empfunden. Die (nordeuropäische) Kirche muss die Position der Wahrheitsverkündigung im überkommenen Sinne aufgeben, sonst wird es in einer Generation keinen mehr geben, der sich „katechisieren" lässt.

Kirchliche Ideologie ist nicht mehr vermittelbar: Glaubensinhalte wie Erbsünde, Jungfrauengeburt, Himmelfahrt, Auferstehung, Wunder, Heiliger Geist, Erlösung sind dem heutigen Menschen (und zum Teil auch mir trotz meiner kirchlichen Verwurzelung) zutiefst fremd.

Verkündigung kann hier nur über den Weg der gemeinsamen Auseinandersetzung gelingen mit den Fragen:

  • Wofür stehen diese Bilder bzw. Begriffe theologisch? Was wollen sie verdeutlichen?
  • Was bedeuten sie heute und wie können sie heute benannt werden?
  • Wie kann ich ihnen näher kommen?
  • Was kann ich annehmen, was nicht?

Eine Chance hat die Kirche, wenn sie sich als Ort und Volk der GottSUCHE anbietet:

Wenn der Gottesdienst Raum gibt

  • für die Auseinandersetzung mit den Glaubensinhalten und -Geheimnissen,
  • für die Zweifel damit,
  • für verschiedene Formen der Glaubenserfahrung und ihrer Äußerung,
  • für Zeiten der Stille und Meditation. Der zeitgenössische Mitteleuropäer hat ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Selbstfindung. Echte Gemeindebeteiligung weit über die Einbindung durch verschiedene Dienste wie Lektoren- oder Kommunionhelferdienst hinaus wären hierfür nötig.

Hierzu ein paar ungeordnete Ideen:

  • Wieso nicht statt der Predigt mal ein Gemeindemitglied seine Gedanken zu einem Evangelium oder Thema vortragen lassen?
  • Den Gottesdienstbesuchern z.B. über eine online-Plattform im Vorhinein oder eine Zettelbox im Gottesdienst ihre Gedanken zum jeweiligen Fest, Thema oder Evangelium einbringen lassen und diese in der Predigt aufgreifen, eventuell auch diskutieren.
  • Jugend- und Kindermessen von Jugendlichen und Kindern inhaltlich vorbereiten und gestalten lassen. In der Regel beschränkt sich das Potential der Mitwirkung für die Zielgruppen auf das schulmäßige Beantworten von Fragen des Predigers sowie auf das Verlesen von Texten (gerne Fürbitten), die nicht von ihnen formuliert wurden. Jugend- und Kindermessen, die ihre Zielgruppe erreichen sollen, müssen von Kindern/Jugendlichen gemacht werden und die Themen aus ihrer Sicht und in ihrer Sprache behandeln sowie die Früchte ihrer Auseinandersetzung damit vorstellen. Natürlich müssen Erwachsene diese Vorbereitung begleiten.
  • In den Dialog mit Nicht-Kirchgängern gehen, z.B. über einen Brief an die „Passiven": Was wünschst du dir? Wann würdest du zur Kirche gehen?

Hierfür ist ein geschwisterliches Verständnis von Kirche nötig, in der Offenbarung nicht nur im genealogisch-apostolischen Sinne durch die Geweihten für möglich gehalten wird.

Eine Chance, den modernen Menschen und sein Bedürfnis nach Spiritualität zu erreichen, läge auch darin, Gottesdienste nicht nur als Messe/Eucharistiefeier anzubieten, sondern über andere spirituelle Angebote, speziell auch in der Jugendarbeit:

  • Meditationen mit und ohne Musik
  • Achtsamkeits-Andachten
  • Körperarbeit
  • Kunstprojekte

Dies findet man z.B. schon in Geistlichen Zentren wie der Oase in Krefeld und dem Kloster Kamp in Kamp-Lintfort. Solche Formen wären sicherlich auch in den Gemeinden attraktive und zeitgemäße Angebote der Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben.

Maximilian Zelzner

Hannah Arendt

Sie beharrte auf der Banalität des Bösen.

 

Nach dem Holocaust wollte die jüdische Philosophin Hannah Arendt begreifen, was die einzelnen Täter damals antrieb. Bei der Beobachtung des Eichmann-Prozesses kam sie zu dem Schluss: Das Böse muss nicht dämonisch und teuflisch sein.

Suche nach dem Gewissen der Nationalsozialisten

Die am 14. Oktober 1906 geborene jüdische Philosophin Hannah Arendt war die wohl bedeutendste Denkerin des 20. Jahrhunderts. Zeitlebens beschäftigte sich die Holocaust-Überlebende mit dem Totalitarismus, sie wollte verstehen wie die Nazis Macht über das Gewissen der Täter gewann:
"Als der New-Yorker mich beauftragte über das Gerichtsverfahren gegen Adolf Eichmann zu berichten war ich der Ansicht, dass bei einem Prozess nur eines von Interesse sein kann: der Forderung nach Gerechtigkeit Folge zu leisten."
Als 1961 Adolf Eichmann vor Gericht gestellt wird, wird Hannah Arendt als Prozessbeobachterin für das US-Magazin New-Yorker nach Jerusalem geschickt. Sie, die aus einem französischen Internierungslager fliehen konnte, reist dort hin, sie will den Naziverbrecher begreifen.

Der Schock: Eichmann - Erbärmliches Mittelmaß
Was sie bei dem Prozess erlebte war ein Massenmörder der behauptete nur Befehle ausgeführt zu haben:
"Wenn ich gewusst hätte, dass diese Transporte erschossen würden, selbst dann hätte ich keine Möglichkeit gesehen diese Transporte von mir aus aufzuhalten. Ich habe keine Möglichkeit dazu gehabt."
Hannah Arendt ist irritiert. Der Mann der aktiv an der Endlösung mitgearbeitet hatte ist kein Teufel, kein Monster sondern erbärmliches Mittelmaß. Ihn trieb nicht ideologischer Fanatismus an sondern Korrektheit und bürokratisches Pflichtbewusstsein.

Erkenntnis: Banalität des Bösen
"Er ist so völlig anders als ich ihn mir vorgestellt habe. Das Böse wird gemeinhin als etwas Dämonisches betrachtet, Eichmann aber kann man beim besten Willen keine teuflisch-dämonische Tiefe abgewinnen, er war nur unfähig zu denken. Eichmann war weder pervers noch sadistisch sondern erschreckend normal" ... schrieb Arendt in ihren Berichten und prägte den Begriff der Banalität des Bösen. Eine These die ihr massive Kritik einbrachte: 'sie verharmlose die Verbrechen des Holocaust', so der Vorwurf.


Unverstandene Größe der Philosophin
Dabei hatte Hannah Arendt niemals behauptet dass Adolf Eichmann unschuldig sei, in einem Interview sagte sie später:
"Die Leute nehmen mir eine Sache übel und das kann ich gewissermaßen verstehen, von außen, nämlich dass ich da noch lachen kann. Und ich war wirklich der Meinung, dass der Eichmann ein Hanswurst ist und ich sage Ihnen - ich habe dies Polizeiverhör, 3.600 Seiten, gelesen und sehr genau gelesen und ich weiß nicht wie oft ich gelacht habe, aber laut."


Treue der eigenen Meinung im Kampf gegen das Böse
Und sie blieb bei ihrer Meinung, trotz massiver Kritik. Freunde wenden sich von ihr ab, sie erhält Drohbriefe, zwischenzeitlich braucht sie sogar Personenschutz. Doch Hannah Arendt bleibt sich treu, die deutsche Jüdin will ihren amerikanischen Studenten klar machen, das Böse kann erschreckend normal sein und eigenständiges Denken lohnt sich immer.
"Diese typische Naziausrede macht deutlich: das schlimmste Übel in der Welt ist das Böse, das von Nobodys begangen wird. Böses, begangen von Menschen ohne jedes Motiv, die keine Überzeugungen, kein böses Herz oder dämonische Absichten haben und gerade dieses Phänomen habe ich die Banalität des Bösen genannt."

Ina Rottscheidt (domradio.de)

(Mit freundlicher Genehmigung von Frau Rottscheidt und domradio.de

Manuskript zur Sendung von Samstag, dem 14. Oktober 2017, um 9:20 Uhr im Domradio

Josef Verwimp 

 

 

Abendmahl, Letztes

Am Abend vor seinem Leiden hielt Jesus mit seinen Jüngern ein letztes Mahl. Unter den Zeichen von Brot und Wein gab er seinen Leib und sein Blut für die Seinen hin. Er beauftragte die Jünger, dieses Mahl in Zukunft zu seinem Gedächtnis zu feiern. Diese Gedächtnisfeier ist die Hl. Messe oder die Eucharistiefeier.

Agape
von griech. agape = Liebe. Wichtiges Element des Gemeindelebens der ersten Christen war das brüderliche Liebesmahl, oft im Anschluss an die Eucharistie. Heute nennen wir A. das oft mit einem kleinen Imbiss verbundene gesellige Zusammenbleiben der Gemeinde nach der Eucharistiefeier, bes. am Gründonnerstag.

Altar
Der vorchristliche (Brand)opferaltar wurde abgelöst durch den Tisch für das hl. Mahl, zu dem Christus einlädt.

Amen
Das hebräische Wort der Zustimmung - "so sei es" oder "fest-sein" - wurde unverändert ins Griechische, Lateinische und Deutsche übernommen. Es schließt und bekräftigt ein Gebet. Das gilt besonders für das Amen, das die Gemeinde am Ende des Hochgebets der HI. Messe spricht.

Bibel oder Heilige Schrift
von griech. biblos = beschriebenes Blatt, Buchrolle.
Bibel heißt das Buch mit den 46 Schriften des Alten und den 27 Schriften des Neuen Testamentes. In ihnen ist die fortschreitende Geschichte Gottes mit den Menschen aufgeschrieben.

Choral
von griech. choros = Sängerschar, Gesang. Der offizielle einstimmige Gesang der römischen Liturgie, der auf Papst Gregor des Großen (560-604) zurück geht.

Christkönigssonntag
Am letzten Sonntag des Kirchenjahres wird Christus besonders als der König der gesamten Schöpfung verehrt.

Christus
griech. = Gesalbter. Den Hoheitstitel gab die Urgemeinde Jesus. Nach ihm werden seine Anhänger Christen genannt.

Credo
latein. = ich glaube. So beginnt das Glaubensbekenntnis. In der Hl. Messe wird es meistens in der kürzeren Form des "Apostolischen Glaubensbekenntnisses" gebetet. Das große C. wurde auf den Konzilien von Nicäa (325) und Konstantinopel (381) formuliert (Nicänokonstantinopolitanum).

Doxologie
von griech. doxa = Ehre, Ruhm. Ein feierlicher Lobpreis Gottes, z. B. "Ehre sei dem Vater ...", beim Vaterunser: "Denn dein ist das Reich und die Kraft..."; oder am Ende des Hochgebetes: "Durch ihn und mit ihm und in ihm ... ist dir alle Ehre und Verherrlichung".

Epiklese
Die Bitte um den Heiligen Geist im Hochgebet: "Sende deinen Geist auf diese Gaben herab,... damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes."

Epistel
von griech. epistole = Brief. Im engeren Sinne die Briefe der Apostel Paulus, Johannes, Petrus und Jakobus.
Im erweiterten Sinn bedeutet E. "Lesung" und bezeichnet die ersten zwei Lesungen der Hl. Messe. Die dritte "Lesung" ist das Evangelium.

Eucharistie
griech. = Danksagung. Eine andere Bezeichnung für Hl. Messe. Hier wird im Gedächtnis an das Letzte Abendmahl Jesu Tod und seine Auferstehung gegenwärtig gesetzt. Mit E. wird auch die eucharistische Speise, die hl. Kommunion, bezeichnet.

Evangelium
von griech. euaggelion = frohe Botschaft. Die Christen kennen vier urchristliche Schriften, die vom Leben, Leiden und der Auferstehung Jesu Christi berichten. Sie werden in allen Kirchen als authentisch anerkannt und haben zum Verfasser die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Farben, liturgische
Die Farben der liturgischen Gewänder richten sich nach der Zeit oder dem Fest im Kirchenjahr:
Weiß (Farbe der Freude) in der Weihnachts- und Osterzeit, an Herrenfesten, Marienfesten, Engelfesten und Gedenktagen der Heiligen, soweit sie keine Märtyrer sind;
Grün (Farbe der Hoffnung) an den Sonn- und Wochentagen im Jahreskreis;
Rot (Farbe der Begeisterung und des Blutes) an Palmsonntag, Karfreitag, Pfingsten, Kreuzerhöhung und den Festen oder Gedenktagen der Apostel und Märtyrer;
Violett (Farbe der Buße und Umkehr) in der Advents- und Fastenzeit (am 3. Advents- und am 4. Fastensonntag ist auch Rosa möglich) sowie wahlweise auch bei Totenmessen;
Schwarz (Farbe der Trauer) bei Totenmessen und Begräbnissen.

Friedensgruß
Nach dem Vaterunser und dem Friedensgebet der Hl. Messe grüßt der Priester die Gemeinde mit "Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch." Nach der Antwort der Gemeinde - "Und mit deinem Geiste" - fordert der Priester diese auf: "Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung." Dieses Zeichen besteht normalerweise in einem Händedruck und den Worten: "Der Friede sei mit dir."

Fürbitten
Auch Allgemeines Gebet. Vor der Gabenbereitung in der Hl. Messe legt die Gemeinde Fürbitte ein in den großen Anliegen der Kirche, der Welt, der Gemeinde und des Einzelnen. Die F. werden vom Lektor vorgetragen, vom Priester jedoch eingeleitet und abgeschlossen.

Gabenbereitung
Die Eucharistiefeier beginnt mit der G. für die Eucharistische Speise auf dem Altar: Der Kelch, Brot und Wein werden zum Altar gebracht. Die Gemeinde beteiligt sich an der G. durch die Kollekte.

Gloria
Ein frühchristlicher Lobgesang, der mit den Worten der Engel bei der Verkündigung der Geburt Jesu an die Hirten beginnt: (Lk 2,14) "Gloria in excelsis Deo - Ehre sei Gott in der Höhe". Das G. wird an allen Sonntagen, außer in der Advents- und Fastenzeit, sowie an Festtagen in der Hl. Messe gesungen oder gebetet.

Gottesdienst
G. nennt man das gemeinsame Beten und Singen zur Ehre Gottes in festgelegter Form (Liturgie). Der G. wird meistens von einem Priester geleitet und findet in der Kirche statt.

Halleluja
hebräisch = lobt Jahwe! Das H., auch Alleluja, ist der österliche Jubelruf der Kirche. Er wurde aus dem Alten Testament unübersetzt übernommen.

Hochamt
Die feierlich gesungene HI. Messe.

Hochgebet
Das feierliche Lob- und Dankgebet der Hl. Messe, in dessen Mittelpunkt die Erinnerung an das Abendmahlsgeschehen steht. Unter Anrufung des Hl. Geistes (Epiklese) werden Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi verwandelt. Das H. beginnt mit der Präfation und endet mit der Doxologie: "Durch ihn und mit ihm und in ihm ... ist dir alle Ehre und Verherrlichung" und dem bestätigenden "Amen" der Gemeinde. Im Messbuch stehen 4 Hochgebete.

Homilie
von griech. homilein = vertraulich reden. Homilie ist die Auslegung einer Schriftlesung oder der Schriftlesungen innerhalb der Hl. Messe. Sie ist die von der Kirche gewünschte Form der sonntäglichen Predigt.

Hosanna
oder Hosiannah ist der unübersetzt aus dem Hebräischen übernommene Ruf: "Hilf doch!" Mit diesem Huldigungs- und Jubelruf wurde Jesus beim Einzug in Jerusalem am Palmsonntag begrüßt. In der Liturgie findet sich dieser Ruf im Sanctus: "Hosanna in der Höhe!"

Interkommunion
Gemeinsame Feier der Eucharistie und Empfang der hl. Gaben durch Christen, die verschiedenen Kirchen angehören. Da das Eucharistie- und Amtsverständnis der katholischen und der orthodoxen Kirche gleich sind, ist I. zwischen diesen beiden Kirchen möglich. Wegen des unterschiedlichen Abendmahls- und Amtsverständnisses zwischen der katholischen Kirche und den Kirchen der Reformation ist I. zwischen Katholiken und Protestanten (noch) nicht möglich.

Kantor
von latein. cantare = singen. Aufgaben des entsprechend ausgebildeten Kirchenmusikers sind: Vorsingen beim Gottesdienst, Leitung von Kirchenchor und Schola und zumeist auch Spielen der Orgel.

Kanzel
Predigtbühne an einem Pfeiler oder der Längswand einer Kirche. Ein Schalldeckel sollte - vor Einführung von Mikrofon und Lautsprecher - zum besseren Hören des Predigers beitragen, da er den Schall nach unten lenkt. Heute predigt der Priester meistens vom Ambo (Lesepult) aus.

Kelchkommunion
Die K. - Empfang der hl. Kommunion nicht nur unter der Gestalt des Brotes, sondern auch des Weines - war lange Zeit den Priestern vorbehalten. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil ist sie wieder allen Katholiken grundsätzlich gestattet und für bestimmte Anlässe (soweit sie sich praktisch durchführen lässt) empfohlen, z. B. am Gründonnerstag, in Brautmessen oder Messen von kleinen Gemeinschaften.

Kirchenjahr
Das K. beginnt mit dem 1. Adventssonntag und endet mit dem Christkönigsfest. Im K. werden die Heilsgeheimnisse gefeiert. Die 4 Wochen der Adventszeit sollen auf das Kommen des Herrn zu Weihnachten und zum Jüngsten Gericht vorbereiten. Weihnachten, das Fest der Geburt des Herrn (25.12.), wird bis zum Fest Epiphanie (6.1.) gefeiert. Es ist das zweithöchste Fest. Das höchste Fest des K. ist Ostern. Es wird vorbereitet durch die 40 Tage der Österlichen Bußzeit oder Fastenzeit, beginnend am Aschermittwoch (die Sonntage sind ausgenommen). Das Osterfest dauert 8 Tage (Oktav), die Osterfestzeit bis Pfingsten. Die Sonntage zwischen Epiphanie und Aschermittwoch sowie zwischen Pfingsten und dem Christkönigsfest werden als "Sonntage im Jahreskreis" gezählt. Innerhalb des K. werden die anderen Christusfeste sowie die Gedenk- und Feiertage der Heiligen gefeiert.

Kleidung, liturgische
Die Kleidung des Priesters und der mit besonderen Diensten betreuten Laien (Kommunionhelfer, Ministranten) beim Gottesdienst entwickelte sich aus der spätantiken Festkleidung. Der Priester trägt über dem schwarzen Talar (Soutane, eine Art langer Mantel) das Schultertuch oder Humerale (entstanden aus dem antiken Halstuch), die weiße, mit einem Zingulum (Strick oder Band) geschürzte und zusammengehaltene Albe (von latein. albus = weiß, ein langes Gewand aus weißem Leinen), darüber in der jeweiligen liturgischen Farbe die Stola (handbreite künstlerisch gestaltete lange Schärpe als Zeichen der Höheren Weihe) und das oft kostbar gestaltete Messgewand.
Der Diakonats- und Kommunionhelfer tragen Talar und Rochett, die Ministranten zumeist einen Ministrantenrock in der gleichen liturgischen Farbe wie das Gewand des Priesters (Ausnahme: trägt der Priester ein weißes Messgewand, tragen die Ministranten einen roten Rock), dazu Rochett und Kragen. In vielen Pfarreien tragen heute die Ministranten auch eine Art Kutte, die mit einem Zingulum gerafft wird.

Kniebeuge
Bei Katholiken ist die K. (mit dem rechten Knie) Zeichen der Verehrung und Anbetung Christi. Mit ihr wird die hl. Eucharistie verehrt und am Karfreitag das hl. Kreuz.

Kollekte
lat. = Sammlung. 1. Einsammeln des Geldopfers für die Aufgaben der Kirche oder Gemeinde beim Gottesdienst. Die Gläubigen beteiligen sich so an der Darbringung der Gaben von Brot und Wein bei der Hl. Messe. 2. Das Gebet über diese Gaben.

Kommunion
von latein. communio = Vereinigung. Empfang der hl. Eucharistie, aber auch andere Bezeichnung für diese selbst.

Konsekration
von latein. consecratio = Heiligung. Unter K. verstehen wir: 1. Die Wandlung der zum Altar gebrachten Gaben von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi im Hochgebet der Hl. Messe während des Berichtes vom Abendmahlsgeschehen (auch Transsubstantiation). 2. Eine vom Bischof vollzogene Weihe, bei welcher dieser mit Chrisamöl salbt, z. B. eine Kirche, einen Kelch. Deren K. bedeutet eine ständige Aussonderung aus dem profanen Gebrauch.

Konzelebration
latein. = Mitfeier. Die gemeinsame Feier der Hl. Messe durch mehrere Priester.

Kreuzzeichen
Ein Segensgestus, bei dem der Christ das Zeichen des Kreuzes über sich selbst, über andere Menschen oder Dinge, die ihm wichtig sind, macht. Dazu wird gesprochen: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Die linke Hand ruht dabei auf der Brust, während die rechte Hand zuerst den Längsbalken des Kreuzes von der Stirn zur Brust und dann den Querbalken von der linken zur rechten Schulter nachzeichnet. Vor dem Evangelium zeichnet man das sog. kleine Kreuz mit dem rechten Daumen auf Stirn, Mund und Brust.

Kruzifix
Ein Kreuz mit der Darstellung des ans Kreuz geschlagenen Jesus.

Küster
von latein. custos = Wächter. Der K., auch Messner oder Sakristan genannt, trägt Sorge für die Kirche und die Kirchengeräte, für das Läuten der Glocken, für das Öffnen und Schließen der Kirche. Er sorgt für Ordnung in der Kirche und der Sakristei und bereitet die Gottesdienste vor.

Kyrios
griech. = Herr. Den Hoheitstitel Gottes im Alten Testament gebraucht die Kirche als Anrede des auferstandenen und zu Gott erhöhten Jesus. In vielen Gebeten und Liedern blieb der Ruf "Herr, erbarme dich", unübersetzt, so auch in der Hl. Messe: "Kyrie eleison!"

Lamm Gottes
oder latein. Agnus Dei. Das Gebet vor der hl. Kommunion, "Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt..", geht auf Johannes den Täufer zurück, der Jesus am Jordan so bezeichnete (Job 1,29).

Lektionar
von latein. legere = lesen. Das Buch mit den Bibeltexten (Epistel und Evangelium), die im Gottesdienst vorgelesen werden.

Lektor
latein. = Vorleser. Der L. trägt im Gottesdienst die Lesungen, nicht jedoch das Evangelium vor.

Lesejahr
Durch das 2. Vatikanische Konzil wurde folgende Leseordnung festgelegt: für die sonntägliche Messfeier eine alttestamentliche, eine neutestamentliche Lesung und das Evangelium. Ihre Auswahl folgt einem 3-Jahresrhythmus: Lesejahr A (nach Matthäus), B (nach Markus) und C (nach Lukas). Lesungen aus dem Johannesevangelium sind in allen 3 Lesejahren verteilt. Für die Bibeltexte der Werktagsmessen, mit einer Lesung, besteht ein Zweijahresrhythmus: L. 1 und 2.

Liturgie
von griech. leiton ergon = Dienst am Volk. Unter dem Begriff L. werden die verschiedenen Gottesdienste der Kirche zusammengefasst. Ihre Ordnung ist von der Kirche offiziell festgelegt. L. ist eine Grundfunktion der Kirche.

Magnificat
latein. = es preist. Beginn des Lobgesanges Mariens bei ihrer Begegnung mit Elisabet (Lk 1,46-55). Das M. (deutsch: Hochpreist meine Seele den Herrn) wird täglich in der Vesper des Stundengebetes gebetet. Die Übertragung in ein deutsches Lied steht im "Gotteslob", Nr. 261: "Den Herren will ich loben".

Messe, Hl.
In der römischen Liturgie entließ der Diakon am Ende der Feier die Gläubigen mit dem Ruf "Ite missa est!" (Geht, jetzt ist die Entlassung!) Das Wort missa, die Zurücksendung in die Welt, gab der ganzen Feier den Namen. In den Verfolgungen der Urkirche war es ein Geheimwort, das nur die Eingeweihten verstanden.
Die Hauptteile der M. sind: Eröffnung, Wortgottesdienst, Eucharistiefeier mit Gabenbereitung, Eucharistischem Hochgebet und Kommunion, Entlassung.

Ministrant
von latein. minister = Diener. Als Messdiener ist der M. der Gehilfe des Priesters bei der Feier der Liturgie. Er trägt dabei liturgische Kleidung. Seinen Dienst tut er stellvertretend für die Gemeinde. Durften früher nur Jungen M. werden, leisten heute auch Mädchen diesen Dienst.

Missale
oder Messbuch. Ein Buch, das alle für die Feier der Hl. Messe erforderlichen Texte enthält. Seit 1570 war das lateinische Missale Romanum für die ganze katholische Kirche maßgebend. Es wurde durch das 2. Vatikanische Konzil überarbeitet und auch in der jeweiligen Muttersprache erlaubt. Das deutsche Messbuch wurde 1974 zugelassen.

Monstranz
von latein. monstrare = zeigen. Ein zumeist kunstvolles und kostbares Gerät, in welchem das eucharistische Brot den betenden Gläubigen gezeigt wird.

Orgel
von griech. organon = Werkzeug, Musikinstrument. Das kirchenmusikalische Instrument mit Holz- oder/und Metallpfeifen, welche durch verdichtete Luft zum Klingen gebracht werden. Der Spieltisch hat meistens 2 Manuale (Klaviaturen) und ein Pedal (mit den Füßen zu spielen) für die Bässe.

Patene
griech. = Schüssel. 1. Kleine Hostienschale (Tellerchen aus Metall), die auf dem Messkelch liegt.
2. Teller für das Brot bei der Eucharistiefeier, auch Hostienschale genannt.

Pater noster
Der latein. Beginn des Vaterunsers, des Gebetes des Herrn. Dieses gemeinsame Gebet der Christenheit hat Jesus selbst seine Jünger gelehrt (Mt 6,9-13; Lk 11,1-4). Das P. ist das vertrauende Gebet der Christen zu Gott als ihrem Vater. Im ersten Teil, den "Du-Bitten", bittet der Beter um die Verherrlichung Gottes und das Kommen seines Reiches, im zweiten Teil, den "Wir-Bitten", um Hilfe in den äußeren und inneren Nöten der Menschen. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil beten auch die Katholiken als Abschluss die Doxologie: "Denn dein ist das Reich ..."

Pontifikalamt
Eine feierliche Hl. Messe, die der Bischof (pontifex = Brückenbauer) zelebriert. Ihm assistieren weitere Kleriker.

Präfation
Das Lobgebet zu Beginn des Hochgebetes, welches in das Sanctus mündet.

Predigt
von latein. praedicare = laut verkünden. Die Verkündigung des Gotteswortes von der Kanzel oder vom Ambo aus. Die P. gehört als Homilie zur sonntäglichen Messfeier.

Priester
von griech. presbyteros = Ältester. Neben dem allgemeinen Priestertum der Getauften gibt es in der Kirche das Weihepriestertum, den vom Bischof geweihten P. Er steht der Feier der Eucharistie vor, verkündet das Wort Gottes, spendet die Sakramente und leitet die ihm vom Bischof zugeteilte Gemeinde.

Psalmen
von griech. psalmos = von einem Saiteninstrument begleitete Lieder. Seit der Königszeit in Israel entstandene Lieder, die die Grundhaltungen des Menschen vor Gott ausdrücken: Anbetung, Lob, Vertrauen, Klage, Bitte und Dank.

Requiem
von latein. requies = Ruhe. Eucharistiefeier für die Verstorbenen, die mit den Worten beginnt: "Requiem aeternam ... = Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr."

Rorate
Vom Eröffnungsvers "Rorate, caeli, desuper ... = Tauet, ihr Himmel von oben" abgeleiteter Name der Votivmesse zu Ehren der Gottesmutter Maria, die an den Werktagen des Advent bis einschließlich 16. Dezember gefeiert werden kann.

Sanctus
latein. = heilig. Das Hochgebet der Hl. Messe beginnt mit der Präfation und dem S. Dieses beginnt: "Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth - Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten."

Tabernakel
von latein. tabernaculum = Hütte, Zelt. Kostbarer, fester, abschließbarer Schrank zur Aufbewahrung des eucharistischen Brotes.

Tagesgebet
oder Oration (von latein. orare = beten). Das Gebet in der HL Messe, welches auf das Kyrie oder Gloria folgt und vom Priester mit der Aufforderung "Lasset uns beten" ("Oremus") eingeleitet wird.

Weihrauch
Die durch Auflegen geeigneter Harze auf glühende Kohle aufsteigende Rauchwolke wurde früher beim Totenkult, beim Tempelkult und beim Hofzeremoniell verwendet. Heute wird in der Kirche in einer schwenkbaren Räucherpfanne (Rauchfass) W. als Sinnbild des zu Gott aufsteigenden Gebetes verbrannt, zur Erhöhung der Feierlichkeit mancher Gottesdienste sowie zur Ehrung von Personen und heiligen Gegenständen.

Weihwasser
Vom Priester geweihtes Wasser. Das W. erinnert an das Taufwasser. Die Gläubigen besprengen sich damit oder werden besprengt, machen ein Kreuzzeichen und erinnern sich dabei an ihre Taufe. Das W. wird auch zu Weihen und Segnungen verwendet.

Wortgottesdienst
Ein Gottesdienst, in dessen Mittelpunkt das uns in der Bibel überlieferte Wort Gottes steht. Wir kennen ihn als den ersten Teil der Hl. Messe und auch als einen selbstständigen Gottesdienst, der sich in seinem Aufbau an den W. der Hl. Messe anlehnt. Er wird zumeist durch beauftragte Laien in kleinen priesterlosen Gemeinden als Sonntagsgottesdienst gehalten, oft verbunden mit einer Kommunionfeier.

Zelebrant
von latein. celebrare = feiern. Der Bischof, Priester oder Diakon, der eine gottesdienstliche Versammlung im Auftrag und in der Vollmacht Christi leitet.

Unterkategorien

Adressen


Seelsorger


Pfarrer Theodor Prießen
Tel. 02833-576964-10

Handy 0170-1526267

Kaplan Pater Dr. Abraham
Tel. 02833-576964-35

Diakon Johannes SIebers
Tel. 02831-5061


Pfarrbüros


e-mail: stdionysius-kerken@bistum-muenster.de

Aldekerk, Marktstraße 4
Tel. 02833-576964-50
Mo, Fr, von 9-12 Uhr
Mi 16-17 Uhr

Nieukerk, Dionysiusplatz 10
Tel. 02833-576964-0
Mo, Di, Mi, Fr von 9-12 Uhr
Di 16-18 Uhr

Stenden, Alter Kirchweg 1
Tel. 02833-576964-80
Mi, Fr von 9-11.00 Uhr


Notfallbereitschaft (Krankenhaus Geldern)
02831-3900

Facebook

Nun ist es zusätzlich möglich aktuelle Informationen unserer Pfarrgemeinde über Facebook zu erhalten. Hierzu einfach den Gefällt-mir Button betätigen!

facebook link

Aktuelle Besucherzahlen

Aktuell sind 32 Gäste und keine Mitglieder online

Login